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RAID System (Spiegelung) vs. Backup


Fachbegriffe mal anders erklärt
Immer wieder hören wir die Meinung von Server-Inhabern, dass sie kein Backup brauchen, weil ja ohnehin eine Spiegelung am Server eingerichtet ist. In diesem Fall erkläre ich immer gerne meinen für alle leicht verständlichen Vergleich zwischen Wandspiegel und Bildern (Fotografien).

Stellen Sie sich vor, Sie rasieren sich vor dem Spiegel - es gibt also in dem Raum, in dem Sie sich befinden, gerade zwei Bilder von Ihnen (die Daten sind somit doppelt vorhanden). Das eine Bild von Ihnen sind sie selbst (die Master-Festplatte), das andere Bild von Ihnen ist der Spiegel (die Slave-Festplatte). Alles was am echten Bild verändert wird, wirkt sich sofort und unwiderruflich auf das Spiegelbild aus. Das Spiegelbild zeigt immer genau die Ansicht, die auch im Original existiert. Wenn Sie nun mit dem Rasierer abrutschen und sich einen schmerzhaften Schnitt (Fehler in einer Datei) auf der Wange zufügen, dann ist in der selben Nanosekunde dieser Schnitt auch auf dem Spiegel zu sehen. Der Schnitt lässt sich mit keinem Trick der Welt entfernen - Sie können sogar den Spiegel (die Festplatte) austauschen - selbst der neue Spiegel wird den Schnitt genau so zeigen, wie er ist. Und in echt können Sie maximal mit einem Pflaster den Schnitt zudecken - aber er wird dennoch existieren. Einziger Unterschied zwischen der IT und dem realen Leben ist, dass der Schnitt auf der Wange mit der Zeit wieder von selbst verheilt (das würden wir uns in der IT noch wünschen! ;-) ).

In der IT heißt das folgendes - eine Plattenspiegelung, oder auch RAID-System genannt (redundant array of inexpensive disks) spiegelt in Echtzeit Datenbestände von einer Festplatte auf die andere (RAID 1) oder verteilt die Daten auf mehrere Festplatten (RAID 0, 5). Auch andere RAID-Levels existieren noch, sind aber Kombinationen aus den Levels 0 bzw. 1. Wer sich dafür näher interessiert, liest am besten hier die technischen Details nach.


Wollen wir uns im echten Leben einen Status zurückholen, wie wir vor dem Schnitt ausgesehen haben, dann hätten wir uns unmittelbar vor dem Schnitt fotografieren müssen (also ein Backup erstellen). Das Foto zeigt aber wiederum nur genau den Status, den wir zu exakt dem Zeitpunkt in echt hatten, als das Foto aufgenommen wurde. Wäre beispielsweise das Foto 10 Minuten vor Beginn der Rasur entstanden, hätten wir höchstwahrscheinlich auch keinen Rasierschaum am Bild gesehen. Einziger Nachteil im Leben - es gibt keine Wiederherstellungs-Funktion (Restore). In der IT könnte man nun auf das vor dem Schnitt gemachte Foto zurückgreifen und über das Original restaurieren (wiederherstellen). Somit wäre auch im echten Gesicht der Schnitt weg und wir hätten eine zweite Chance. Und liebes Universum - genau das wäre eine Funktion, die wir uns alle im echten Leben nach einer schweren Nacht schon mal gewünscht hätten - Backup vom Vorabend einspielen und alles ist wieder gut! ;-)

Alexander Beck, BA
07.06.2017

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